Herbstanemone
Zweig

Sträucher und Hecken

Mit blühenden Gehölzen wertest du deinen Garten so richtig auf. Nicht nur optisch, sondern auch im Sinne der Artenvielfalt.

Do 20. November 2025 von Gastautor*in BieneMenschNatur.49, Bienenkunde
Eine Honigbiene labt sich an den Blüten des Weißdorns. (Foto: Dr. Linda Trein)
Eine Honigbiene labt sich an den Blüten des Weißdorns. (Foto: Dr. Linda Trein)

Sträucher gehören zu den Gehölzen und somit zu den ausdauernden Pflanzen, die oberirdisch verholzen und viele Jahre alt werden können. Anders als bei Bäumen verfügen sie jedoch nicht über einen Stamm, sondern wachsen dicht verzweigt. Dabei treiben sie meist jährlich bodennahe Verzweigungen aus. Sie können sich in Form und Größe stark unterscheiden und erreichen Wuchshöhen zwischen einem und zehn Metern.

Sträucher als Solitärgewächs oder als Hecke bieten vielen Insekten, Kleintieren und Vögeln Nahrung und Lebensraum. Die Auswahl der Gehölze spielt allerdings eine entscheidende Rolle. Bei Insekten und Vögeln sind exotische Arten wie Forsythie, Mahonie, Zwergmispel und Kirschlorbeer nicht begehrt. Sie bevorzugen eher heimische Wildgehölze, deren Blüten, Früchte und Blätter als Futterquelle, Nistplatz und Rückzugsort dienen.

Aber auch wir Menschen profitieren von einer Hecke in unserem Umfeld. Garantiert sie doch Sichtschutz, spendet Schatten und bereichert unseren Speisezettel mit vitaminhaltigen Früchten von Kornelkirsche, Sanddorn, Hagebutte und anderen.

Die Art und Weise der Pflege entscheidet langfristig über die ökologische Wertigkeit der Pflanzungen. So sollten die Eingriffe und Schnittmaßnahmen an Gehölzart und Entwicklungsziel angepasst sein und vor allem Leben im Garten fördern.

Einzelsträucher

Sträucher, die einzeln stehen und sich voll entfalten können, bringen spezifische Wuchscharakteristika sowie Blüten- und Fruchtansätze zur Geltung. Die Schlehe z.B. versorgt allein 18 Wildbienenarten (vor allem Sandbienen) mit Pollen oder Nektar. Am Schwarzen Holunder fressen 62 Vogelarten, an Wildrosen ernähren sich 27 Säugetierarten von Früchten, Blättern oder Triebspitzen. Alle diese Tiere sind größtenteils darauf angewiesen, dass die Sträucher ihren Wuchs entfalten können.

Heimische Sträucher sind anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und Schädlinge. Egal, wo du einen Strauch setzen willst, du hast die Wahl: Wildrosen und Weißdorn bevorzugen es meist sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen kommen gut mit einem halbschattigen Standort aus, die Heckenkirsche dagegen fühlt sich im Schatten wohl. Einige Obstgehölze eignen sich auch gut als Einzelstrauchbepflanzung und belohnen dich noch mit einem fruchtigen Leckerbissen.
Wenn du eine Neubepflanzung planst, dann informiere dich, welche Strauchart in Wuchs und Platzbedarf für dich infrage kommt.

Schnitthecke

Hecken sind eine Bereicherung für jeden Garten. Sie rahmen den Garten ein, grenzen Grundstücke ab, bieten Sichtschutz und gestalten Gartenräume. Im Gegensatz zu leblosen Gabionen, Mauern oder gar Metallzäunen mit PVC Sichtschutzfolien bereichern Hecken unser Wohnumfeld.

Vor allem in kleinen Gärten oder aber auch als Gestaltungselement werden gerne Schnitthecken gepflanzt. Besondere Vorteile einer Schnitthecke sind der schmale Raum, der beansprucht wird, und die Flexibilität der Höhe. Auch eine Schnitthecke ist ein idealer Lebensraum für Tiere, sorgt als Gehölz für ein positives Kleinklima und spendet angenehmen Schatten. Besonders Vögel nisten gerne im dichten Astwerk und sind so gut vor Fraßfeinden geschützt. Damit ihre Brut überlebt, müssen unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen zum Gehölzschnitt eingehalten werden.

Als Hecken eignen sich Feldahorn, Weißdorn, Liguster, Hartriegel und Pfaffenhütchen, Buchs und Eibe. Bei Schnitthecken bilden sich je nach Schnitt weniger Blüten und Früchte, allerdings bieten ihre Triebe und Blätter Nahrung für einige Falter. In einer stark eingewachsenen Schnitthecke finden auch viele Vögel Platz zum Nisten und Rasten. Beachte bitte, dass Schnitthecken immer möglichst konisch geschnitten werden sollten, damit auch die unteren Äste genug Licht bekommen.

In lebendigen, naturnahen Gärten kommen Thuja oder Scheinzypresse nicht vor, weil Tiere sie meistens meiden. Im Übrigen leiden diese Heckenarten massiv unter dem fortschreitenden trockenen Klima.

Freiwachsende Hecke

Hecken in der freien Landschaft oder auf den weitläufigen Grundstücken von Wohnblöcken gelten als einzigartige Biotope. Hier finden bis zu 1.500 Tierarten wie bestäubende Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger einen Schutz- und Lebensraum. Als „Ökodienstleister“ sorgt die Hecke neben Sonnen- und Windschutz auch dafür, dass die Böden fruchtbar bleiben und nicht erodieren. Hecken produzieren außerdem Sauerstoff und filtern Feinstaub.

Eine freiwachsende Hecke wird nicht in Form geschnitten. Erst wenn einzelne Sträucher veralten oder verkahlen, kann man sie durch einen Verjüngungsschnitt wieder zu neuem Austrieb bringen. Sie werden dann auf „den Stock gesetzt“. Hierbei werden alle Gehölztriebe etwa handbreit über dem Boden abgesägt, damit sie später wieder von unten austreiben und ein verjüngter Strauch nachwächst. Es sollte maximal nur 1/3 der gesamten Hecke geschnitten werden, damit ihre Bewohner nicht allesamt heimatlos werden. Diese Maßnahme darf nur in der Zeit von Oktober bis Ende Februar erfolgen.

Eine wichtige, meist vernachlässigte Zone ist der Krautsaum, der einer Vielzahl von speziell angepassten Lebewesen Raum und Nahrung gibt.
Seit 2020 dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz in der freien Landschaft ausschließlich gebietsheimische (autochthone) Wildpflanzen ausgebracht werden.

aus: Handbuch Wege zu einer blühenden Landschaft


Biene sitzend auf Blüte
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