Herbstanemone
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Was uns trägt – und was wir tragen

Mellifera e. V. muss finanziell unabhängiger werden. Dies ist zwar kein leichter Weg, doch ein Plan existiert bereits.

Do 20. November 2025 von Terra Pasqualini BieneMenschNatur.49, Wesensgemäße Bienenhaltung
 (Foto: Michèle Brunnmeier)
(Foto: Michèle Brunnmeier)

Mellifera e. V. ist eine Organisation, die seit jeher vorangeht. Nicht, weil alle Bedingungen perfekt sind, sondern weil wir überzeugt sind: Wenn es sich lohnt, etwas zu bewegen, dann werden sich Menschen und Ressourcen finden, die mitgehen. Dieses Vertrauen hat uns weit getragen – aber es ist nicht ohne Risiko.

Verantwortung vorfinanziert – und gemeinsam getragen

Vor etwa zehn Jahren war Mellifera e. V. stark abhängig von Großspenden (Privatpersonen und Stiftungen): Rund 70 % unserer Einnahmen stammten aus Spenden und Zuwendungen, und davon circa die Hälfte von wenigen großzügigen Unterstützer*innen. Sie trugen Mellifera e. V. durch mutige Phasen des Aufbaus. Viele Initiativen, Projekte und Pionierarbeiten wurden damals in Gang gesetzt, noch bevor die Finanzierung vollständig stand: Getragen vom Vertrauen, dass sich Menschen finden würden, die die Idee mittragen. Und so war es auch.

Doch klar war auch: Diese starke Konzentration war langfristig riskant. Deshalb haben wir begonnen, die Finanzbasis breiter aufzustellen. Mit der Einführung der Imkerversicherung, gezielter Öffentlichkeitsarbeit und dem Ausbau unseres Netzwerks konnten wir die Zahl der Mitglieder auf rund 2.000 verdoppeln. Trotzdem tragen wir bis heute ein strukturelles Defizit. Es ist kein Fehler, sondern die Folge unserer Haltung in der Aufbauphase: Wir handelten, wenn wir in der Gesellschaft die Notwendigkeit sahen – auch ohne volle Finanzierung.

So haben wir etwa die Verbreitung der wesensgemäßen Bienenhaltung maßgeblich vorangebracht, neue Bildungsformate entwickelt, unsere Initiativen gestärkt und gesellschaftliche Debatten mitgestaltet – oft mit einem Finanzierungsvorlauf aus Vertrauen und Überzeugung. Unser Defizit lag einst bei 500.000 € jährlich – heute sind es noch 200.000 €. Ein Fortschritt, aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Mit einer Verdoppelung der Mitgliederzahl auf 4.000 (oder der Bienenpaten auf 7.000) wäre dieses Defizit bereits überstanden.

Warum Projektmittel nicht genügen – und was uns jetzt stärkt

Der Großteil unserer Einnahmen stammt aus Projektförderungen. Diese Mittel ermöglichen es uns, gezielt an Themen zu arbeiten. Doch Projektgelder sind zweckgebunden, befristet und oft eng kalkuliert. Verwaltung, Strategie, Kommunikation, Personalentwicklung und anderes lassen sich darüber kaum sichern.

Um unser strukturelles Defizit weiter zu reduzieren, braucht es mehr Menschen, die uns regelmäßig unterstützen. Jeder Mitgliedsbeitrag, jede Spende, jede Patenschaft hilft uns, unsere Infrastruktur zu sichern und Raum für Neues zu schaffen. Denn was bei Mellifera e. V. entsteht, wächst aus Beziehungen, aus Beobachtungen, aus einer Idee zur richtigen Zeit – und aus dem Mut, Dinge ins Rollen zu bringen.

Zukunftsfähigkeit braucht Gestaltungsräume. Und diese Räume brauchen Menschen, die sie mittragen – mit Vertrauen, mit Ideen, mit finanzieller Unterstützung.
Wer weiß: Vielleicht kennen Sie auch jemanden, der noch nicht Teil davon ist, aber gut dazu passen würde?

Danke, dass wir durch Ihre Unterstützung in der Welt wirksam sein können.


Biene sitzend auf Blüte
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